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QigongQigong, in geläufiger deutscher Schreibweise auch Chigong, ist eine chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist.

Qigong

Qigong und die Kunst der Energiekultivierung

Qigong bedeutet „Kultivierung der inneren Energie“. Es steht für ein Tun im religiösen und spirituellen Kontext der Inneren Kampfkünste, aber es steht auch als Sammelbegriff für eine große Vielfalt an meditativer Atem- & Bewegungsübungen. Das Piktogramm "Gong" verweist auf ein fortwährendes Üben, den Anspruch auf Hingabe und Vervollkommnung. Qigong kennt viele Ziele, wobei vor allem das religiöse und das medizinische Qigong weite Verbreitung gefunden haben.


Der Daoismus, die Alchemie und die Chinesische Medizin

Der Daoismus spielte eine wichtige Rolle in der Entwicklug der Chinesischen Medizin, vor allem durch seine Ambitionen das Leben verlängern zu wollen. Hierbei nimmt die Alchemie eine Schlüsselrolle ein. Es gibt im allgemeinen zwei Typen der daoistischen Alchemie: Zum einen die Äußere Alchemie (chin. Waijia), sowie die Innere Alchemie (chin. Neijia).
Waijia ähnelt in gewisser Weise der Europäischen Alchemie in ihrem Bestreben über die Synthese von Elexieren den Körper zu transformieren.
Im Neijia sind es die meditativen Übungen, die das Ursprungs-Qi (chin. Yuan-Qi), das ist jene Energie, die wir von Geburt auf an haben und mit dessen Verschwindens auch unser Körper stirbt, konserviert werden soll.
Das älteste erhaltene Daoistische Werk ist das Dao-de-jing von Lao-Tze (etwa 600 v.u.Z.) und beschreibt das Wirken des Daos und der Tugend (De). In den Seidfentexten aus Mawangdui sind außerdem 44 verschiedene Körperübungen dargestellt.
Es waren im Folgenden vor allem die Daoistischen Bestrebungen, die zur Entwicklung einer Unmenge an Qigong Praktiken und Übungen geführt und zur Entwicklung einer Chinesischen Medizin beigetragen haben.

Buddhistisches Qigong aus Shaolin

Es gibt wohl eine Reihe so genannter Weltenachsen, geheiligte Berge wie den Weltenberg Meru, den Olymp und andere. Für die Chinesischen Daoisten sind dies die Berge des Wudangshan im Nordwesten der Provinz Hubei. Dort wurden seit der Tang -Dynastie mehrere Daoistische Tempel und Klöster errichtet.
Der Legende nach soll der Daoist Zhang Sanfeng den Kampf zwischen eines Kranichs mit einer Schlange beobachtet un daraus eine zentrale Daoistische Einsicht gewonnen haben. Die Schlange nämlich verstand es mit Ihren runden, weichen Bewegungen immer wieder geschickt vor den Attacken des Kranichschnabels aus zu weichen und letzterer mußte endlich erschöpft aufgeben. Daraus leitete Zhang Sanfeng das Prinzip der Inneren Kampfkünste, wie das Taijiquan, das Baguazhang und das Xingjiquan ab.

Daoistisches Qigong aus Wudangshan

Im 6. Jahrhundert soll ein buddhistischer Mönch mit Namen Bodhidharma von Indien nach China gereist sein. Durch seine Mission entwickelte sich in China der Chan-Buddhismus. Bodhidharma, den man in China auch unter dem Namen Da Mo kennt, reiste quer durch das Land und kam so auch nach Shaolin, einem buddhistischen Kloster, das sich auf Übersetzungen buddhistischer Texte aus dem Sanskrit spezialisiert hatte. Da er in seiner buddhistischen Weise zu radikal war - er foderte unter anderem, dass nichts nieder geschrieben werden sollte - "verbannte" ihn der Abt vor die Klostertore, wo er für neun Jahre in einer Höhle hauste und meditierte. Letztendlich konnte er aber den Abt von seiner Autorität überzeugen und Da Mo wurde Erster Patriach des Chan-Buddhismus.
Da Mo musste erkennen, dass seine Mönche durch die einseitige Schreibarbeit körperlich geschwächt waren und kaum seinen Meditationen folgen konnten. Aus diesem Grund leitete Da Mo seine Mönche an regelmäßig Übungen zur Stärkung von Körper und Geist zu praktizieren. Daraus entstanden Yi-jin-jing (Klassiker der Muskel- & Sehnenstärkung) und Xi-sui-jing (Klassiker der Knochenmarkwaschung). Diese Übungen wurden später Bestandteil aller asiatischer Kampfkünste.

Die Acht Brokat-Übungen – Ba Duan Jin

Das Gesundheits-Qigong „Ba Duan Jin“ bietet durch die körperliche, atemtherapeutische und psychische Wirkung eine sehr gute Möglichkeit, den Anforderungen des Alltags zu begegnen. Die Übungen repräsentieren die lange Kultur der Gesundheitspflege in China und sind wegen ihrer besonderen Wirkung und der eleganten, feinen Bewegungen bis heute eine der beliebtesten Qigong Übungen.

Bedeutung von Ba Duan Jin
Sie erhielten den Namen „Ba Duan Jin, – Acht Stücke Brokat –, da sie so edel sind wie das Brokatgewand des Kaisers von China der Song Dynastie, von dem die Übungen auch selbst praktiziert wurden.

Entstehung der Übungen
Archäologen haben 1973 einen bedeutenden archäologischen Fund zur Geschichte des Qigong gemacht. Im Mawangdui-Grab in der Stadt Changsha (in der Provinz Hunan) wurde ein auf Seide geschriebenes Buch über Methoden zum „Leiten und Führen des Qi“ und ein Rollbild aus der westlichen Han-Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.) gefunden. Die Abbildungen zeigen einzelnen Varianten der acht Brokat QiGong Übungen. Marshall Yü Fei, der Song-Dynastie (960 - 1279 n.Chr.) verfeinerte die Übungen weiter und formte ein in sich geschlossenes Übungssystem der Acht Brokat-Übungen.

Taoistische Meditation

Taiji - Qigong Shibashi

Die "15 Taiji Qigong Bewe­gungen" sind eine Kombi­nation aus verschie­denen Übungen des Taijiquan und Qigong. Sie verstehen sich als ganz­heitliches und in sich abge­schlossenes System, das gesund­heits­fördernde Bewegungs­abläufe und Körper­haltungen, Atem­techniken und bewegte Meditation umfasst. 
Charakteris­tisch für diese Form sind die verhältnis­mäßig einfachen, leicht erlern­baren, sanften und elastischen Bewegungen, die aus der Ent­spannung hervor­gehen. Dabei fließt der Atem synchron mit der Körper­bewegung natür­lich und sanft aus einem ruhigem Geist heraus - so dass dieses Training eine nach­haltig positive Aus­wirkung auf die Gesund­heit hat.




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