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AllergiesymtomeKann die Freude am Frühling trüben: Allergiesymptome bis hin zu Atemnot

Atemlos im Frühling - was hilft?

Asthma und Allergie

Kurzatmigkeit, Husten, pfeifende Atmung – am Anfang denken Betroffene vielleicht noch an eine Erkältung. Doch wenn zu den Symptomen noch Atemnot kommt, kann es sich um (allergisches) Asthma handeln. Selbsthilfetipps für den Alltag.


Jeder Sechste in Deutschland reagiert auf Pollen allergisch - dabei nimmt die Zahl der Betroffen noch zu. Wenn Heuschnupfen nicht ärztlich behandelt wird, droht die Gefahr, dass sich eine Pollenallergie zu einem allergischen Asthma auswächst. Geht dem Sommer auch noch ein milder Winter voraus, führen Baumblüten wie z.B. die Hasel zu einem frühen Beginn der allergischen Symptome. Außerdem sind von Juli bis Oktober die Pollen eines aggressiven Spätblühers unterwegs, der vom Klimawandel profitiert: die nordamerikanische Pflanze Ambrosia artemisiifolia - eigentlich ein Unkraut. Vermehrt sie sich weiter ungestört, könnte sie in Zukunft für eine fast ganzjährige Pollensaison sorgen.

Wenn bei Allergikern zu den an sich schon lästigen Symptomen (Niesreiz, tränende Augen ...) auch noch Husten, pfeifende Atmung und Kurzatmigkeit kommen, sollten sie das ernst nehmen, denn es kann sich um allergisches Asthma handeln. Diese "atemraubende" Krankheit kann sich aus einer bereits bestehenden Allergie entwickeln, aber auch Menschen treffen, die noch nie mit Heuschnupfen oder anderen Allergien zu tun hatten.

Vom Heuschnupfen zum Asthma

Vom Heuschnupfen zum Asthma

Allergien kommen - und sie können auch wieder gehen. Häufig gibt es aber eine gegenteilige Entwicklung: Wenn Allergien nicht behandelt werden, haben sie die Neigung, sich zu verschlechtern und chronisch zu werden. Besonders gefürchtet ist der so genannte Etagenwechsel, bei dem eine Allergieform in eine andere übergeht. Typisches Beispiel ist der Übergang vom Heuschnupfen zum Asthma: Ganze 30 Prozent aller Pollenallergiker entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung ein allergisches Asthma. Auch Kinder, die im Säuglings- und Kleinkindalter Neurodermitis hatten, bekommen später relativ häufig Asthma.

Wichtig: Gehen Sie mit dem Verdacht auf eine Allergie rechtzeitig zum Arzt. Es ist wichtig, dass Allergien rechtzeitig erkannt und fachgerecht behandelt werden.

Allergene vermeiden
Die beste Therapie: die Allergene meiden

Was ist allergisches Asthma?

Ganz allgemein versteht man unter Asthma eine chronische Entzündung und Überempfindlichkeit der Bronchien (Luftröhrenäste). Die Schleimhaut der Atemwege reagiert krankhaft auf verschiedene Reize, schwillt an und produziert vermehrt zähen Schleim. Anfälle von Atemnot, Husten und Kurzatmigkeit, die immer wieder auftreten, sind die Folge.

Generell gibt es zwei verschiedene Asthma-Formen, das allergische und das nichtallergische Asthma (intrinsische Asthma); aber auch Mischformen sind möglich. Beim nichtallergischen Asthma lösen Atemwegsinfekte die Beschwerden aus, aber auch andere Reize wie Kälte, Stress oder starke Gerüche.

Beim allergischen Asthma, der häufigsten Variante, reagieren die Atemwege mit einer heftigen Abwehr auf eigentlich harmlose Stoffe: Auslöser sind vor allem Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare und Nahrungsmittel. Bei Erwachsenen können auch Berufs-Allergene die Auslöser sein. Ein typisches Beispiel ist das Bäckerasthma, bei dem die Betroffenen auf Mehlstaub überreagieren.

Allergene:

Stoffe, die unser Immunsystem reizen und eine Allergie auslösen. Die bekanntesten sind Blütenpollen, Tierhaare, Hausstaubmilben, Schimmelpilze und Lebensmittel.

Wie erkennt man allergisches Asthma?

Das allergische Asthma unterscheidet sich in seinen Symptomen kaum von der nichtallergischen Form. Es kommt zu Kurzatmigkeit, pfeifenden Geräuschen beim Ausatmen (Giemen), Hustenanfällen (mit Auswurf von zähem Schleim) und Engegefühl. Zusätzlich können typische Beschwerden anderer Allergien hinzukommen, nämlich Niesreiz, verstopfte Nase, tränende Augen, Schnupfen und Jucken (in der Bindehaut). Die Symptome können fast schlagartig einsetzten, z.B. wenn ein Betroffener einen Reitstall oder eine Wohnung mit Katzen betritt.

Selbsthilfe: Tipps für den Alltag

Wenn die Ursachen des allergischen Asthmas gefunden sind, muss die Erkrankung konsequent behandelt werden. Wichtig ist es vor allem, die auslösenden Allergene zu vermeiden und die eigene Wohnung möglichst frei von Allergenen zu halten.

Belastung durch Pollen: Verhindern Sie durch Pollenfilter, dass Pollen ins Auto gelangen; Pollenschutzgitter an Fenstern können mindestens 85 Prozent der Flugsamen abhalten. Duschen Sie am Abend, um die Pollen aus den Haaren zu entfernen und entkleiden Sie sich außerhalb des Schlafzimmers; saugen Sie regelmäßig die Teppiche (Staubsauger mit Filter) und wischen sie Staub (feucht!). Informieren Sie sich anhand von Pollenflugvorhersagen, wann die höchsten Pollenkonzentrationen des Tages zu erwarten sind und halten Sie in dieser Zeit die Fenster geschlossen (Lüften nur dann, wenn wenige Pollen fliegen: in der Stadt zwischen sechs und acht Uhr morgens, auf dem Land zwischen 19 und 24 Uhr).

Eine neues, besonders gutes Analysegerät zur Pollenvorhersage wird Ende Mai/Anfang Juni in verschiedenen Vorhersagegebieten dafür sorgen, dass Allergiker aktuelle Pollenwerte mehrmals am Tag abrufen können. Betroffene wissen dann früher, welche Pollen fliegen und können entscheiden, welche Schutzmaßnahmen zu treffen sind, z.B. keinen Fahrradausflug zu machen, wenn bestimmte Pollen fliegen.

Belastung durch Hausstaubmilbenkot: Verbannen Sie unnötige Staub- und Milbenfänger wie Teppiche, zusätzliche Kissen, Überdecken und dicke Vorhänge aus Ihrem Schlafzimmer, halten Sie den Raum kühl und trocken, waschen Sie die Bettwäsche regelmäßig bei mindestens 60°C. Auch regelmäßiges Lüften und Staubsaugen der Wohn- und Schlafräume hilft.

Tierallergiker sollten keine Haustiere haben, vor allem keine Katzen und Nagetiere; Hunde sind weniger allergen. 

Belastung durch Nahrungsmittel: Besteht der Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie, sollten diese Nahrungsmittel bis zur Abklärung durch den Arzt gemieden werden. Für Grundnahrungsmittel, die nicht ersatzlos aus dem Speiseplan gestrichen werden können (z.B. Kuhmilch), muss ein (kalzium- und eiweißreicher) Ersatz gefunden werden (z.B. Ziegen- oder Schafsmilchprodukte). Das ist besonders für Kinder wichtig. Ihnen sollten Lebensmittel nur dann vorenthalten werden, wenn tatsächlich eine Unverträglichkeit nachgewiesen wurde.

Entlastung Urlaub: Die beste Urlaubszeit für Pollenallergiker ist die stärkste Pollenflugzeit am Wohnort, die besten Ziele sind Orte im Hochgebirge oder an der Küste. Dort ist die Pollenbelastung am geringsten. 

regelmäßiges Schwimmen
Optimal bei allergischem Asthma: regelmäßiges Schwimmen

Chance Sport: Sport und allergisches Asthma schließen sich nicht aus. Im Gegenteil, es kann sogar von Vorteil sein. Allerdings kommt es ein bisschen auf die Sportart und die Umstände an: Obwohl sich Ausdauersportarten wie Joggen und Rad fahren gut eignen, sollten Pollenallergiker nicht zur Hauptpollenflugzeit draußen "sporteln". Regelmäßiges Schwimmen hat sich bei allergischem Asthma als besonders vorteilhaft erwiesen. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit direkt über der Wasseroberfläche können sich die Schleimansammlungen in den Bronchien gut lösen.

Therapie

Asthma lässt sich heute gut medikamentös behandeln. Es kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz, und zwar solche, die:

Bei allergischem Asthma wird auch die Desensibilisierung (spezifische Immuntherapie/SIT) gegen den asthmaauslösenden Reizstoff erfolgreich eingesetzt. Dabei wird das Allergen über einige Jahre hinweg in langsam steigender Konzentration verabreicht. Allerdings muss sich die Allergie auf einen oder wenige Stoffe beschränken - eine Desensibilisierung bei multiplen Allergien gelingt nicht.

Asthma vorbeugen

Es gilt heute als belegt, dass übertriebene Hygiene das Entstehen von Allergien bei Kindern fördert. Studien beweisen, dass Kinder, die auf dem Land aufwachsen, 15 Mal seltener an Asthma und Allergien leiden. Das Immunsystem scheint für eine gute Balance die frühzeitige Auseinandersetzung mit Allergenen (z.B. von Tieren) zu benötigen. Außerdem wichtig: möglichst langes Stillen und eine rauchfreie Umgebung.


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